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25.06.2019 Dienstag  Landesverbandstag 2019: Bäderschließungen und mangelnde Schwimmfähigkeit sind Kernthemen / Dr. Oliver Liersch als Präsident des Landesverbandes wiedergewählt

140 Delegierte kamen in Bad Nenndorf zusammen. Fotos: Carina-Chantal Krämer

Die Übergabe sechs neuer Fahrzeuge an die entsprechenden Ortsgruppen war ebenfalls Teil der Veranstaltung.

Der neue Vorstand des Landesverbandes.

Experten verschiedener Institutionen diskutierten über das Thema „Niedersachsen - Land der Nichtschwimmer?“.

Mehrere Verdienstabzeichen in Bronze, Silber, Gold - sogar in Gold mit Brillant - wurden verliehen.

140 Delegierte kamen am Wochenende in Bad Nenndorf zusammen. Anlass war der Landesverbandstag des DLRG-Landesverbandes Niedersachsen. Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung - diese findet alle drei Jahre statt - waren die Neuwahlen des Vorstandes. Am Samstagvormittag folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema „Niedersachsen - Land der Nichtschwimmer?“ mit Experten verschiedener Institutionen.

LV-Präsident Dr. Oliver Liersch eröffnete die Tagung und freute sich, Gesichter aus allen Teilen des Landesverbandes begrüßen zu dürfen. Einstimmig wurde Dr. Liersch als Präsident des Landesverbandes wiedergewählt. Vizepräsidenten sind weiterhin Prof. Dr. Steffen Warmbold und Sari-Angès Thren sowie - neu - Hendrik Schultz.

Im Vordergrund der Podiumsdiskussion standen die Themen Schwimmfähigkeit, Bäderkapazitäten und Schwimmunterricht in Schulen. Anika Flöte, Mitglied im Präsidium der DLRG und selbst Schulleiterin an einer Hauptschule, berichtete von ihren eigenen Erfahrungen. Besonders in den fünften und sechsten Klassen gebe es viele Nichtschwimmer. „Während andere ins Freibad gehen, überlegen diese Kinder ‚Was machen sie?‘“, so Flöte. „Sie werden schon in der Freizeitaktivität ausgegrenzt oder haben gar keine Chance sich zu beteiligten“, nannte die Expertin als Problem. Zum Teil würden die Betroffenen den Schwimmunterricht sogar vermeiden. „Wir haben nach der Flüchtlingszeit ganz viele jugendliche Flüchtlinge hier, die nicht schwimmen können, das gilt sowohl für die Mädchen auch die vielen Jungen im Alter zwischen 16 und 18“, ergänzte Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtverbandes Niedersachsen. Darüber hinaus spiele der Schwimmunterricht für Kinder mit Behinderung gar nicht erst eine Rolle, da Schwimmbäder in aller Regel nicht barrierefrei seien. „Wir müssen allen das Feld Schwimmen ermöglichen“, appellierte auch Maria Bergmann, Vizepräsidentin des Landessportbundes Niedersachsen.

Flöte kritisierte, dass kleine Bäder geschlossen, dafür große Spaßbäder gebaut werden, „die nicht unbedingt geeignet sind für die Schwimmausbildung.“ Von einem massiven Bädersterben sei laut Dr. Alexander Götz, Leiter der Abteilung für Kommunal- und Hoheitsangelegenheiten im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport und Dr. Jan Arning, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetags, jedoch nicht die Rede. Fakt sei, dass es einen deutlichen Investitionsstau gebe, „nicht nur bei der Sportanlagen, das haben wir auch in Schulen, in Kindertagesstätten, in Straßen. Wir haben einfach eine Unterfinanzierung im kommunalen Bereich“, so Dr. Arning. Trotz eines 100 Millionen Euro-Programms für die Sanierung kommunaler und vereinseigener Sportstätten sei nicht zu erwarten, dass dieser Stau hiermit bewältigt werden könne. Einig war man sich, dass die Schwimmfähigkeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei und mehr getan werden müsse.

Bei der Veranstaltung geehrt wurden: Marius Hoßbach, Gerald Malysch, Anne Schneider und Marcus Schlichting mit dem Verdienstzeichen in Bronze, Nico Reiners Hartmut Eilers, Terry Werner, Jan Gundlach und Dr. Oliver Liersch mit dem Verdienstzeichen in Silber sowie Jörg Jennerjahn, Torge Jander, Steffen Warmbold und Andreas Arlt mit dem Verdienstzeichen in Gold. Achim Ströher und Matthias Groth erhielten die Auszeichnung Gold mit Brillant. Dieter Arend, Jürgen Seiler und Carl-Ludig Küther wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Kategorie(n)
Pressemitteilung, news

Von: Carina-Chantal Krämer

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