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Impfen per Drive-In

Veröffentlicht: Sonntag, 14.03.2021
Autor: Carina-Chantal Krämer
Fotos: Carina-Chantal Krämer

Pilotprojekt startet in Bremervörde / 434 Dosen verabreicht

Man könnte meinen, es handele sich um ein Autokino: Dicht an dicht drängen sich die Fahrzeuge durch die provisorischen Gassen in Richtung Ziel. Allerdings machen sie nicht vor einer riesigen Leinwand, sondern vor einem Impfzelt Halt.

Auf dem Markt- und Messegelände am Huddelberg in Bremervörde fand gestern das erste „Drive-In-Impfen“ statt. Alle über 80-Jährigen aus dem Bremervörder Stadtgebiet wurden dazu am Mittwoch postalisch eingeladen, am Donnerstag konnten sie sich telefonisch bei der Stadtverwaltung anmelden. Die Idee zu dem Pilotprojekt kam Chris Knoblauch, dem ehemaligen Leiter des Zevener Impfzentrums und Zugführer des DRK-Einsatzzuges. „Im Ausland gibt es ähnliche Modelle, das wollte ich hier auch“, erklärt er. Innerhalb von zwei Wochen war alles mit dem Landkreis Rotenburg und der Stadtverwaltung geplant. Rund 90 größtenteils ehrenamtliche Helfer des DRK, der DLRG und der Feuerwehr unterstützten bei der Durchführung. Laut Knoblauch sei es sogar die erste im gesamten Bundesgebiet.

Gegen 8 Uhr morgens trafen sich die Helfer zum Aufbau der Zelte, bereits zwei Stunden später starteten die ersten Impfungen. Die Anmeldungen sollten bis 16 Uhr abgearbeitet werden. Um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, wurde das Messegelände in mehrere Stationen unterteilt: Angefangen bei der Registrierung, dem anschließenden Arztgespräch, schließlich der Impfung und dem Check-Out. Während des gesamten Prozederes blieben die Impflinge in ihren Fahrzeugen. Selbst fahren durften sie wegen der möglichen Nebenwirkungen aber nicht.

Die Registrierung erfolgte durch die ehrenamtlichen Helfer der DLRG und des DRK. Per Personal- und Impfausweis glichen die Helfer ab, ob eine Impfberechtigung vorliegt, bevor die Patienten weiterfahren durften, wurde noch die Temperatur gemessen. Von der DLRG Bremervörde waren acht Helfer beim „Check-In“ und „Check-Out“ eingespannt. Zum Teil konnte es da ganz schön hektisch werden, da die Fahrzeuge von beiden Seiten an das Zelt heranfahren konnten. „Zwischendurch gingen uns sogar die Klemmbretter aus“, schildert die 18-jährige Tessa Lemmermann.

Innerhalb weniger Minuten folgten das Arztgespräch, dann schließlich die Impfung. Verabreicht wurde der Impfstoff des Herstellers BioNTech. Weiter ging es in einen künstlich erzeugten Stau. „Je nach Vorerkrankung müssen die Patienten nun noch 15 oder 30 Minuten warten“, erklärt Leon Michaelis von der DLRG Bremervörde, der am Check-Out mit drei Kameraden eingesetzt war. Im Wechsel gingen sie zu den Fahrzeugen, um sich nach dem Befinden der Impflinge zu erkundigen und die Papiere abzugleichen. „Manchmal wurde doch ein Kreuzchen vergessen oder der Name fehlt sogar“.

Ging es den Patienten nach 15 bzw. 30 Minuten gut, durften sie das Gelände verlassen, in drei Wochen gibt es dann ein Wiedersehen zur Zweitimpfung. „Insgesamt waren alle Impflinge sehr freudig gestimmt“, fasst Peter Müller, 1. Vorsitzender der DLRG Bremervörde, zusammen. „Eine Dame sagte zu mir, sie fühle sich, als ob sie einen Schnaps getrunken hätte“, sagte er mit einem Schmunzeln.

Um 16 Uhr waren 434 Dosen verimpft - für Chris Knoblauch war die Veranstaltung ein Erfolg und das trotz erschwerter Bedingungen durch Hagel, Regen und Wind. „Wir sind schließlich der Katastrophenschutz!“. Ob es weitere Veranstaltungen dieser Art geben wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

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