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Training unter Coronabedingungen: Rettungsschwimmer bereiten sich - verspätet - auf den Wasserrettungsdienst vor

Veröffentlicht: Mittwoch, 12.05.2021
Autor: Carina-Chantal Krämer
Die Ausbilder Hannah und Nils erkären die nächste Übung.
Neben dem Konditionstraining...
...gehören auch Schleppgriffe...
.. und Befreiungsgriffe dazu. Wichtig: Diese Übungen dürfen momentan nur von Personen eines Haushalts (in diesem Fall zwei Geschwister) durchgeführt werden. Fotos: Carina-Chantal Krämer

6. Mai 2021, 18 Uhr: Sechs Personen betreten nacheinander das Isernhagener Hallenbad, tragen sich in eine Liste ein, verstauen ihre Straßenschuhe in einer Plastiktüte, tauschen diese durch Badelatschen aus und weiter geht es auf direktem Wege zum Schwimmbecken. Dort angekommen, können sie ihre FFP2-Maske ablegen und sich umziehen. Umkleidekabinen und Duschen dürfen noch nicht genutzt werden. Doch macht ihnen das wenig aus. Sie sind froh, überhaupt wieder trainieren zu dürfen. Vier lange Monate war dies nicht möglich. Dabei ist das Training für die Rettungsschwimmer der DLRG Isernhagen enorm wichtig: Bereits am 15. Mai nehmen sie ihren Dienst am Altwarmbüchener See und Hufeneisensee (Wietzepark) auf. Für die Wasserretter ist eine körperliche Fitness, insbesondere aber auch der routinierte Umgang mit Rettungsgeräten und verschiedene Grifftechniken, unabdingbar, um einem Ertrinkenden helfen zu können.

Dennoch mussten viele Schwimmer ihr Training für längere Zeit unterbrechen. Durch die anhaltende Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen und Verordnungen blieben die Schwimmbäder geschlossen, Beschränkungen machten den Kontaktsport unmöglich. Was laut niedersächsischer Verordnung jedoch möglich war, war die „Aus- und Fortbildung im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes sowie des Rettungsdienstes“. Also nahm Lars-Eike Brandes, 1. Vorsitzender der DLRG Isernhagen, im Februar Kontakt zu den zuständigen Behörden, in diesem Fall dem Ordnungsamt, Gesundheitsamt und der Gemeinde, auf, erstellte ein Hygienekonzept und legte dies dem örtlichen Badbetreiber vor, „der direkt begeistert war“. Innerhalb weniger Tage kam die Freigabe der Region: Ab 04. März durften die Schwimmer wieder ins Bad, um die Rettungsfähigkeit zu erhalten (neue Rettungsschwimmer auszubilden, ist bis dato aber noch nicht möglich). Seither trainieren sie einmal die Woche von 17 bis 20 Uhr in drei festen Gruppen á maximal zwölf Personen. „Wir freuen uns wahnsinnig, dass alles so schnell ging“, betont Brandes. „Nur so können sich unsere Wachgänger auf die Saison vorbereiten“.

Pro Stunde werden verschiedene Übungen und Griffe abgefragt und natürlich auch in der Praxis angewandt. Auch das Langstreckentauchen gehört dazu. Eine Übung, die für die Rettungsschwimmer eigentlich eine Kleinigkeit wäre, manchem aber nun einiges abverlangte. „Am Anfang hatte ich schon einige Startschwierigkeiten“, gesteht sich der 17-jährige Luca ein. An diesem Abend trainierte er gemeinsam mit seiner Schwester Hanna, 14 Jahre. Beide wollen sich im Sommer wieder am Wasserrettungsdienst am Altwarmbüchener See beteiligen. „Als kein Training stattfinden konnte, habe ich schon gemerkt, dass mir die Ausdauer fehlte“, so Luca weiter. Trainer Nils gab ihm ein paar Tipps, wie er sich trotzdem fit halten konnte - mit Fahrradfahren und Kraftübungen zu Hause. „Das ersetzt aber nicht das Training im Wasser“, gibt Luca zu. Mittlerweile nahm er an zehn Trainingseinheiten teil und „fühlt sich nun auch wieder dazu in der Lage, einem Menschen in Not zu helfen“.

Es ist 19 Uhr, die Trainingsstunde für die erste Gruppe ist vorbei, also am Beckenrand umziehen und das Hallenbad durch den Notausgang verlassen, so besagt es das Hygienekonzept. „Klar ist jetzt alles etwas anders, das gesellige Beisammensein nach dem Training fehlt uns zum Beispiel sehr“, ergänzt Brandes. Mit Blick auf die nahende Saison, ist er dennoch froh, dass es voran geht. „Alle 30 Rettungsschwimmer können ihren Dienst aufnehmen, das ist, was wichtig ist.“

Auch bei anderen Gliederungen sprach sich herum, dass das Training in Isernhagen wieder möglich war. Brandes gab sein Konzept gern an die DLRG Seelze und Wedemark weiter, die es entsprechend anpassten. Seit Mitte März können sie ebenfalls in dem Hallenbad trainieren, eine Ortsgruppe mittwochs, die andere freitags, und sich auf den Wasserrettungsdienst vorbereiten. „Schließlich ziehen wir alle an einem Strang“, fasst Brandes zusammen.  

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